Andererseits gibt es das Home-Bleaching. Der Zahnarzt bereitet hier nach einem Zahnabdruck eine Zahnschiene vor, auf die der Wirkstoff gegeben wird. Diese wird dann vom Patienten daheim getragen. Unter der Aufsicht eines Zahnarztes ist die Anwendung dieser Methoden relativ sicher, denn weder Zähne noch Zahnhälse werden hier in Mitleidenschaft gezogen. Auch bei der Schienenbleichung kommt Carbamid-Peroxid-Gel zum Einsatz - dieses zerfällt bei der Anwendung und setzt Wasserstoffsuperoxid und Harnstoff frei. Der Harnstoff wiederum setzt Ammonium und Kohlenstoff frei, durch die der Bleichvorgang in Gang gesetzt wird. Die Schiene wird entweder nachts oder mehrmals täglich getragen - wobei empfohlen wird, sie nachts 8 Stunden am Stück zu tragen.
Das neueste Verfahren ist das Laserbleaching, bei welchem erst Bleichgel auf die Zähne gegeben wird. Anschließend werden die Zähne eine halbe bis eine Minute mit dem Laser bestrahlt. Insgesamt reicht eine Sitzung von ca. eineinhalb Stunden mit Vor- und Nachbereitung aus. Allerdings sind die Kosten des Laserbleaching ziemlich hoch und die Behandlung wird noch nicht in jeder Praxis angeboten.
Die interne Version des Bleachings umfasst die Aufhellung abgestorbener Zähne, die keinen Nerv mehr haben und somit vom Körper nicht mehr versorgt werden - sie werden oft zunehmend dunkler. Bevor man hier zum Bleaching übergehen kann, müssen die zu behandelnden Zähne auf Beläge, alte Füllungen und intakte Wurzelkanalfüllungen geprüft werden. Um diese Zähne zu bleichen, gibt der Zahnarzt das Bleichmittel direkt in das Zahninnere. Dort bleibt es einige Tage bis der Zahn die gewünschte Farbe angenommen hat. Das Bleichmittel sollte nicht tief in die Zahnwurzel eindringen, deshalb wird diese mit einer kleinen Schicht aus Kunststoff abgedeckt und der Zahn mit einer Übergangsfüllung verschlossen. Es können Präparate mit Wasserstoffperoxid verwendet werden oder mildere Bleichmittel mit Natriumperborat und einem Wasser-Gemisch. Letztere bleichen den Zahn wesentlich schonender und führen zum gleichen Ergebnis. Die Prozedur kann bis zu fünfmal wiederholt werden.
Nach einem Bleachingbehandlung sollten die Zähne vom Zahnarzt versiegelt werden. So kann das zahnärztliche Bleaching etwa drei bis fünf Jahre anhalten. Um den Zähnen entzogene Mineralstoffe wieder zuzuführen, kann zusätzlich eine Fluoridierung durchgeführt werden.
Fazit
Insgesamt ist zu sagen, dass alle Methoden weit gehend sicher sind, es allerdings in einzelnen Fällen durchaus Risiken gibt. So ist eine zu hohe Konzentration des Bleichmittels schädlich, denn hier kann der Zahnschmelz angegriffen werden. Durch Anwendung einer Lichtquelle, die den Bleichprozess beschleunigen soll, kann es zu leichten Verbrennungen kommen. Bleichungen können weiterhin Irritationen an der Schleimhaut auslösen. Generell wird von mehrmaligem Aufhellen und insbesondere vom mehrmaligen Bleichen innerhalb eines Jahres abgeraten. Grundsätzlich sollte man beim Bleichen der Zähne nicht am falschen Ende sparen und somit statt billige Bleich-Sets zu verwenden, lieber einen Zahnarzt aufsuchen.
Da weder medizinische Ursachen zur Behandlung der Zähne vorliegen oder Krankheiten geheilt werden und es sich somit nicht um eine zahnheilkundliche Maßnahme handelt, werden die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen.
Die Kosten richten sich danach, ob ein "einfaches" Bleaching durchgeführt werden kann oder Füllungen, Krone oder Brücken vorliegen, die beim Bleichen berücksichtigt werden müssen. Dies macht alles wesentlich komplizierter und somit teurer.
Ein Bleaching kann zu verschiedenen Nebenwirkungen führen, da der Mundbereich ein sehr sensibler Bereich ist. So kommt es nach der Behandlung oft zu einer gesteigerten Empfindlichkeit der Zähne gegenüber Temperaturschwankungen und/ oder sauren Lebensmitteln.
Weiterhin können das Zahnfleisch und die Mundschleimhaut durch das Bleichmittel gereizt oder beim versehentlichen Verschlucken die Magenschleimhaut angegriffen werden. Liegen Karieserkrankungen vor, können Reizungen bis zum Zahnnerv vordringen.
Meist klingen die Reizungen nach einigen Tagen wieder ab - allerdings können die chemischen Zusammensetzungen der Mittel auch Schäden am Zahnfleisch oder Zahn hervorrufen.
Wie vor jeder Behandlung gilt es also die Vor- und Nachteile genau abzuwägen, bevor man sich zur Durchführung eines Zahnbleaching entschließt.











