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Reportage des Monats: Dentalphobie

Der Gedanke an den nächsten Zahnarzttermin verursacht eigentlich bei keinem Menschen Freude. Bei manchen löst er allerdings nicht nur ein leichtes Unbehagen, sondern regelrechte Angst- oder Panikanfälle aus. Es gibt sogar Patienten, die jahrelang nicht zum Zahnarzt gehen, obwohl bereits starke Zahnschmerzen vorliegen. Ursache hierfür ist die Zahnbehandlungsphobie oder auch Dentalphobie

Etwa jeder zehnte Deutsche ist inzwischen davon betroffen. Häufig hat die Dentalphobie aber nicht nur Folgen für das Gebiss, sondern kann auch enorme Auswirkungen auf den gesamten Körper haben. So ist inzwischen bekannt, dass bspw. Parodontitis die Gefahr einer Herzerkrankung verdoppelt. Eine Diabetes kann ausgelöst oder eine bereits vorliegende verschlimmert werden. Schwangere Frauen mit einer unbehandelten Parodontitis gehen ein erhöhtes Risiko einer Frühgeburt ein (Lesen Sie dazu auch: Mit gesunden Zähnen durch die Schwangerschaft).

Definition der Krankheit
Die Zahnbehandlungsphobie drückt sich bei den Patienten durch bspw. Herzklopfen, Schwitzen, Muskelverspannung oder Magendruck aus. Neben diesen körperlichen Symptomen wird die Angst allerdings auch durch einige psychische Belastungen begleitet. So löst die Phobie häufig einen Vermeidungsprozess aus: die Patienten möchten den für sie unerträglichen Zahnarztbesuch vermeiden und schieben ihn immer länger hinaus oder gehen über Jahre einfach überhaupt nicht hin. Dabei gilt: je schlechter der Zustand der Zähne bereits ist, umso größer ihre Angst und umso stärker wird die Vermeidung ausgeübt. Meist verschwimmt bei den Patienten hier die reale Gefahr mit der reinen Befürchtung. Schon allein der Gedanke einen Termin vereinbaren zu müssen, kann Anlass für eine Panikattacke sein. Hinzu kommt die Scham wegen des oft schon schlechten Zahnzustands, die Angst vor den Schmerzen und der Zahnbehandlung hilflos ausgesetzt zu sein.

Ursachen für die Angst vor Zahnbehandlungen
Bereits erlebte unangenehme Erlebnisse beim Zahnarzt, geringes Verständnis oder Abwertung der Angst und starke Schmerzen können Gründe für die Entstehung einer Zahnbehandlungsphobie sein. Einschneidende Erfahrungen im Kindesalter sind in etwa 75 Prozent der häufigste Auslöser. Aber auch Erlebnisse, die nichts mit den Zähnen zu tun haben, wie Gewaltanwendungen, Operationen oder Unfälle können ausschlaggebend sein.

Es kann allerdings auch durchaus vorkommen, dass die Phobie entsteht, obwohl die Patienten selbst überhaupt keine Erfahrungen gemacht haben, aber in ihrem Umfeld die Angst miterlebt haben und sie diese dann quasi "übernommen" haben. Im Fachkreis wird dann über Modelllernen gesprochen. So erworbene Ängste können im Ausdruck genauso stark sein. Betroffene der Zahnbehandlungsangst sind in allen Bevölkerungsschichten anzufinden - völlig unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung oder beruflichem Status.

Weiter auf Seite 2: Mögliche Behandlungsmaßnahmen

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