Leichte Zahnerosionen sind auf den ersten Blick nicht gleich zu erkennen - die betreffen die oberste Schicht der Zähne und verursachen meist weder Beschwerden noch ändert sich die Zahnfarbe. Allerdings löst sich der Zahnschmelz hier schon flächendeckend auf. Schreitet die Erosion weiter fort, ist auch das tieferliegende Dentin betroffen und es kann zu Temperaturempfindlichkeit und Verfärbungen kommen. Erosionsgeschädigte Zähnen können dann auch Dellen und Stufen aufweisen. Ein typischer Hinweis auf eine fortgeschrittene Erosion ist der Verlust der Zahnhöcker auf den Kauflächen, die Backen- und Frontzähne wirken abgeflacht und Fissuren verschwinden.
Vor allem die Langzeitfolgen der Erosion sind gravierend: das können Zahnwanderungen, Zahnfehlstellungen, Abflachen des Gebisses und fast vollständiger Verlust der sichtbaren Zahnsubstanz sein. Die Schäden sind irreversibel - d. h. die verlorene Zahnsubstanz kann nicht mehr hergestellt werden. Vor weiterer Zerstörung der Zähnen können oft nur Überkronungen schützen.
Daher sollte bereits bei ersten Anzeichen einer Zahnerosion mit vorbeugenden Maßnahmen begonnen werden und der Zahnarzt aufgesucht werden.
Folgende vorbeugende Maßnahmen können Sie selbst umsetzen:
- Menge und Einwirkung säurehaltiger Nahrungsmittel und Getränke verringern.
- Babys sollten nicht ununterbrochen an Fläschchen mit Fruchtsaft nuckeln
- Mit dem Zähneputzen nach dem Essen mindestens eine halbe Stunde warten, denn angegriffener Zahnschmelz wird sonst mit der Zahnbürste zusätzlich abgetragen
- Zahnpasta mit Fluorid benutzen
- Kalziumhaltige Nahrungsmittel (wie Milch und Käse) essen - sie neutralisieren die zahnschädigende Wirkung der säurehaltigen Nahrungsmittel. Nach dem Genuss von Obst, kann so ein Glas Milch helfen.
- Magen-Darm-Erkrankungen und häufiges Erbrechen sollten unbedingt behandelt werden
- Das Kauen von medizinischen, zuckerfreien Kaugummis regt den Speichelfluss an und neutralisiert die Säure
Wenn die Säureeinwirkung aufhört, endet auch die Erosion. Je früher eine Erosion festgestellt wird, umso besser. Deshalb ist die regelmässige Kontrolle durch den Zahnarzt ratsam. Er kann mittels der Sichtdiagnostik schnell feststellen, ob Ihre Zähne betroffen sind.
Besonders die Anwendung von Fluoridprodukten hat sich als wirkungsvolle Maßnahme für die Remineralisierung im Bereich des Zahnschmelzes erwiesen. Zusätzlich bildet Fluorid eine Schutzschicht auf der Zahnoberfläche, die vor weiteren Säureangriffen schützt.
Häufig ist eine Ernährungsberatung bei besonders betroffenen Patienten ratsam.
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