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Reportage des Monats: Jugendliche

Schiefe Zähne gerade rücken.
Wenn alle bleibenden Zähne da sind und womöglich noch die Weisheitszähne durchbrechen, stehen im Teenageralter häufig Zahnkorrekturen mit Zahnspangen an. Besonders bei festen Spangen mit sogenannten Brackets ist eine sorgfältige Reinigung wichtig. Denn durch sie entstehen neue Nischen im Mundraum, in denen sich Bakterien perfekt ansiedeln können. Zusätzlich zur normalen Zahnpflege können spezielle Interdental- und Sulcusbürsten verwendet werden. Geeignete Interdentalbürsten gibt es in verschiedenen Stärken in jeder Apotheke – so kommt man perfekt an die Zahnflächen unter den Drähten. Die Sulcusbürsten helfen mit ihrer V-Form bei der Reinigung der Brackets und des empfindlichen Zahnfleischsaums.

Was „in“ ist, ist nicht unbedingt gesund!
Viele Jugendliche machen ungefähr ab 14 Jahren erste Erfahrungen mit Zigaretten. Dass diese nicht gesund sind, ist bekannt, doch dass sie im Speziellen auch Mund und Zähne gefährden weniger. Das enthaltene Nikotin übt als Zellgift eine direkte Wirkung auf die Zellen, mit denen es in Kontakt kommt aus. Mund und Rachen stehen daher besonders im Fokus. Durch das Rauchen steigt das Risiko einer Parodontitis-Erkrankung stark an und als eine Spätfolge kann es dadurch auch zu Mundhöhlenkrebs kommen. Weitere Informationen dazu liefert unsere Reportage „Rauchen – die schleichende Gefahr“.

Seit einigen Jahren sind bei Jugendlichen Piercings sehr angesagt. Dabei wird meist nicht bedacht, dass Piercings im Mundbereich die Zähne schädigen und zu Entzündungen und Allergien führen können. Bereits beim Stechen kann durch mangelnde Sauberkeit eine Infektion entstehen. Später können Piercings Zähne, Zahnersatz und Füllung abnutzen oder zu Zahnverschiebungen und Zahnfehlstellungen führen. Weiterhin können sich Aphten bilden oder sich das Zahnfleisch zurückziehen. Da Piercen in Deutschland nicht als ärztliche Maßnahme angesehen wird, darf es von jedem durchgeführt werden. Häufig werden hier aber Hygiene und Sterilität nicht sorgfältig beachtet und es erfolgt keine Aufklärung über mögliche Folgen. Wer sich dennoch piercen lassen will, sollte die regelmäßigen Termine beim Zahnarzt einhalten, um mögliche Schäden schnellstmöglich zu erkennen. Ist eines der oben genannten Probleme eingetreten, sollte das Piercing auf jeden Fall wieder entfernt werden.

Die Entwicklung ist positiv
Abschließend ist zu sagen, dass trotz der vielen Einflüsse, die im Teenageralter auf die Zähne wirken können, der allgemeine Gesundheitszustand der Zähne nicht schlecht eingestuft wird. Im Gegenteil – laut der Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie von 2005 ist die Entwicklung zu 1997 durchaus positiv zu sehen. So gaben 73,4 Prozent der Jugendlichen an, zweimal täglich ihre Zähne zu putzen und 66,2 Prozent gehen regelmäßig zum Zahnarzt. Die  Karieserkrankungen sind deutlich zurück gegangen – waren es 1997 bei 12-jährigen noch im Durchschnitt 1,7 betroffene Zähne, sind es 2005 nur noch 0,7. Bei 46,1 % der Jugendlichen liegen weder Karies, Füllungen oder Extraktionen vor. Allerdings ist zu beobachten, dass die Erkrankungen an Parodontitis ansteigen. Bei den Jugendlichen ist die Rate zwar geringer als bei den Erwachsenen, aber immerhin leiden bereits 12,6 % unter einer mittelschweren Parodontitis und 0,8 unter einer schweren!


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