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Reportage des Monats: Phytotherapie

Behandlung bestehender Erkrankungen
Wenn bereits Zahnschmerzen vorliegen, ist der Gang zum Zahnarzt dringend notwendig. Um die Schmerzen bis dahin unter Kontrolle zu halten, ist Nelkenöl besonders geeignet. Dieses wird auf die betroffenen Stellen getupft und trägt so zur Schmerzberuhigung und Linderung bei. Auch Melisse ist hier als Wirkstoff zu empfehlen.

Für die Behandlung von Zahnfleischbluten wird gerne Hirtentäschel eingesetzt. Die Pflanze ist ein Kreuzblütler und gilt als die bekannteste Heilpflanze zur Stillung oberflächlicher Blutungen. Dafür wird ein Tee aus 3 Gramm getrocknetem Hirtentäschel und einer Tasse heißem Wasser hergestellt und als Kompresse auf die entsprechende Stelle gelegt. Des Weiteren ist Salbei für die Stillung von Blutungen einsetzbar. Er hat eine desinfizierende Wirkung und wird deshalb auch zum Spülen und Gurgeln im Mund- und Rachenraum genutzt. Seine Inhaltsstoffe hemmen das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Auch Heidelbeeren sind ein natürliches Heilmittel mit keimabtötender und zusammenziehender Wirkung, welches gegen Zahnfleischbluten helfen kann. Zur Behandlung sollten Sie einmal täglich ein Glas Heidelbeersaft trinken. 

Zur Behandlung von Zahnfleischentzündungen gilt Myrrhe als besonders effektiv.
Sie wird aufgrund ihrer enthaltenen ätherischen Öle auch gerne zur Unterstützung der Mundhygiene als Mundspülung eingesetzt.

Tinktur zur Zahnfleischkräftigung:
20 ml Sesamöl
6 Tropfen Myrrheöl
4 Tropfen Zitronenöl
2 Tropfen Mastixöl
Wirkt bei mehrmaligem, täglichen Massieren entzündungshemmend.

Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum wird weiterhin Malve eingesetzt, deren Blüten einen Schleim beinhalten, der sich zum Gurgeln eignet.

Der Einsatz von pflanzlichen Heilmitteln ist auch bei der Parodontitistherapie denkbar, denn sie verfügen teilweise über antimikrobielle Eigenschaften. Besonders Teebaumöl kommt hier in Frage. So zeigte es in Versuchen eine deutliche Wirkung gegen Keime, die Parodontitis erregen, wirkte also bakterienhemmend. Ähnliche Wirkungen wurden auch bei Eukalyptusöl und Rosmarinöl festgestellt. Weiterhin wirkt Teebaumöl auch gegen die typischen Keime, die Karies erzeugen, wie etwa Streptococcus mutans. Da Teebaumöl außerdem entzündungshemmend und wundheilend ist, kann man es auch zum Gurgeln oder für Mundspülungen verwenden.

Risiken und Nebenwirkungen
Obwohl oben erwähnte Heilmittel pflanzlich und natürlich sind, sind sie trotzdem nicht ungefährlich, denn auch bei pflanzlichen Mitteln kann es zu Risiken und Nebenwirkungen kommen. Zur Beurteilung der Sicherheit in der Pflanzenmedizin wird der therapeutische Index herangezogen. Er umschreibt das Verhältnis der notwendigen Menge für eine heilende Wirkung und der Grenze, ab welcher mit Nebenwirkungen gerechnet werden muss. Je höher der therapeutische Index ist, als umso sicherer gelten die Heilmittel.
Treten Nebenwirkungen ein, sind dies häufig Überempfindlichkeiten, Vergiftungsreaktionen oder paradoxe Reaktionen. So kann Pfefferminze bspw. zu Kontaktekzemen führen.
Möchten Sie pflanzliche Mittel einnehmen, sollten Sie sich sehr konsequent an die vorgeschriebene Dosis halten und sich am besten mit einem Arzt absprechen.
Ansonsten können pflanzliche Heilmittel allerdings sehr gute Ergebnisse erzielen oder herkömmliche Behandlungen entsprechend positiv unterstützen.


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