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Reportage des Monats: Rauchen

Dass Rauchen nicht gesund ist, ist hinlänglich bekannt. Aber dass auch die Zähne und der Mund davon betroffen sind, wissen die Wenigsten. So sind die bräunlichen Zahnverfärbungen durch Teerablagerungen noch das geringste Übel. Schon unangenehmer ist die so genannte Halitosis. Sie hat neben mangelhafter Mundhygiene und Zahnentzündungen ihre Ursache vor allem im Tabakkonsum.

 

An Parodontose erkrankte Zähne eines Rauchers

Parodontitis bei Rauchern
Schon durch etwa zehn Zigaretten täglich verdreifacht sich außerdem das Parodontitis-Risiko. Die Ursache dafür liegt in der Schwächung des Immunsystems. Hieraus resultieren Zahnfleischtaschen, welche den menschlichen Organismus für entzündliche Erkrankungen anfällig machen.

Das in den Zigaretten enthaltene Nervengift Nikotin gelangt durch die Lunge ins Blut und somit auch in feinste Blutgefäße des Zahnfleisches. Nikotin wirkt dabei gefäßverengend, so dass das Gewebe nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Dies führt schließlich zu einer Nährstoff- und Sauerstoffunterversorgung, wodurch Zähne und Zahnfleisch weniger widerstandsfähig werden. Darüber hinaus wird die Anlagerung von schädlichen Bakterien in den empfindlichen Zahnfleischtaschen erleichtert.

Ist es erst einmal so weit, bleibt eine Parodontitistherapie bei Rauchern in neun von zehn Fällen ohne Erfolg. Zahnfleischoperationen werden daher bei Rauchern oft nicht mehr durchgeführt, da sich der Aufwand nicht rechtfertigen lässt. Das Ergebnis ist Zahnverlust.

Einfluss auf die Hormone
Durch Nikotinkonsum finden zusätzlich hormonelle Veränderungen statt. Sie begünstigen einen verstärkten Knochenabbau und erschweren die Zahnerhaltung. Aber nicht nur das: Fortgeschrittener Knochenabbau führt auch dazu, dass es beim Einsetzen von Implantaten in den Kieferknochen zu Problemen kommt. In einer Studienreihe wurde nachgewiesen, dass der Eingriff bei Nichtrauchern deutlich erfolgreicher verläuft als bei Rauchern. Viele Zahnärzte stehen daher einem Einsatz von Implantaten bei Rauchern kritisch gegenüber, da die Einheilungschancen und die Chance, das Implantat zu behalten, ungünstig sind.

Mundhöhlenkrebs
Die wohl folgenschwerste Konsequenz täglichen Zigarettenkonsums ist der Mundhöhlenkrebs. Dieser kann den gesamten Mundraum (Zunge, Gaumen, Lippen, Rachen etc.) betreffen. Gegenüber Nichtrauchern ist die Gefahr bei Rauchern, an Mundhöhlenkrebs zu erkranken, um das Sechsfache erhöht, denn Tabak löst oxidative Schäden an der DNA aus. Und noch ein Hinweis für alle Kautabak-Anhänger: Auch dessen täglicher Konsum verursacht Mundhöhlenkrebs. Schließlich und endlich steigern eine unzureichende Mundhygiene und eine unausgewogene Ernährung zusätzlich das Erkrankungsrisiko.

Fazit
Raucher sollten somit auf eine äußerst intensive und sorgfältige Mundhygiene achten, um schädliche Bakterien möglichst gering zu halten. So kann neben gründlichem Zähneputzen die regelmäßige Nutzung von antibakterieller Mundspülung das bakterielle Wachstum und das Entstehen von Mundgeruch reduzieren. Auch die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt sollte zum Standardrepertoire eines jeden Rauchers gehören. Eventuelle Anzeichen von Mundhöhlenkrebs werden so frühzeitig erkannt.

Unser Tipp
Schauen Sie sich zum Thema Rauchen und Zahnpflege auch unsere Interviews mit Dr. med. dent. Florian Grummt an! Dort erfahren Sie weitere interessante und wichtige Informationen.

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