Die inzwischen etwas veraltete Bezeichnung der „Flora“ im Mund leitet sich von der früheren Auffassung ab, dass Bakterien und viele andere Mikroorganismen zum Pflanzenbereich zählen und Pflanzen, die in einem bestimmten Gebiet, hier dem Mund vorkommen, werden als Flora bezeichnet. Heute werden statt Mundflora eher Begriffe wie Mikroorganismengemeinschaften oder Mikroorganismengesellschaften verwendet.
Diese Mikroorganismengemeinschaften beschreiben die Gesamtheit der im Mund vorkommenden Mikroorganismen, wie Bakterien und Hefen. Man geht davon aus, dass sich in unserem Mund mehrere Hundert oder vielleicht bis zu 1000 verschiedene Bakterienarten tummeln. Auf diesem Gebiet ist die Forschung allerdings längst noch nicht abgeschlossen und erst kürzlich wurde wieder eine neue Mikrobenart aus der Gattung Prevotella entdeckt.
Grundsätzlich haben die Mikroorganismengemeinschaften, die als Biofilm an Zähnen, Zunge oder Schleimhäuten haften positive Eigenschaften. So schützen sie das Gewebe vor Krankheitserregern und unterstützen die Immunabwehr. Einige Arten können sogar den Geschmack der Nahrung beeinflussen. Zwischen den verschiedenen Mikroorganismen besteht dabei ein biologisches Gleichgewicht. Wird dieses Gleichgewicht gestört – beispielsweise durch falsche Ernährung, bestimmte Medikamente oder übertriebene Mundhygienemaßnahmen – können die Bakterien Mundgeruch, Parodontitis, Gingivitis, Karies oder andere Erkrankungen hervorrufen.
Schon gewusst?
Durch einen Speicheltest kann der Zahnarzt feststellen wie hoch die Bakteriendichte in Ihrem Mundraum ist.
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