Unser Mundraum wird permanent durch Speichelfluss feucht gehalten. Der Speichel erfüllt wichtige Funktionen – durch seine Zusammensetzung schützt und reinigt er die Mundhöhle und enthält dabei essentielle Enzyme, die Erreger und Bakterien abwehren und Zucker aus der Nahrung in kleine Teile spaltet, damit dieser im Magen weiter verdaut werden kann. Zusätzlich sorgen die Substanzen im Speichel für die Vermittlung von Geschmacksempfindungen. Bleibt der Mund trocken kann dies verschiedene Ursachen haben und auch zu vielfältigen Problemen führen, welche wir Ihnen in der folgenden Reportage aufzeigen möchten.
Wenn im Mund zu wenig Speichel produziert wird, kann das dazu führen, dass der Enzymschutz nicht mehr ausreichend ist. In Folge davon kann direkt die Zahngesundheit beeinträchtigt werden, durch Mundgeruch, Entzündungen oder sogar Karies. Doch Mundtrockenheit, die sogenannte Xerostomie, ist keine Seltenheit. Meist ist sie vorübergehend und kann durch ausreichendes Trinken wieder in den Griff gebracht werden. Bei einem gesunden Menschen werden täglich etwa 1,5 Liter Speichel produziert.
Speichelbestandteile und Funktionen
Diese Bestandteile sorgen für eine natürliche Immunität – so kann sich bei Mundtrockenheit Karies bis zu 15-mal schneller entwickeln als bei gesunden Menschen.
Ursachen für Mundtrockenheit
Die Xerostomie kann verschiedene Gründe haben und dadurch die Speichelproduktion der Drüsen vermindern und auch die Speichelzusammensetzung ändern. Häufigster Auslöser für einen trockenen Mund ist Flüssigkeitsmangel – entweder durch Flüssigkeitsverluste (Schwitzen, Durchfall oder Erbrechen) oder eine zu geringe Trinkmenge. Auch eine falsche Ernährungsweise oder das Atmen durch den Mund (z. B. bei einer Erkältung) kann dazu führen. Des Weiteren kann ein trockener Mund als Nebenwirkung bei der Einnahme von Medikamenten, wie Psychopharmaka, Antihistaminika, blutdrucksenkenden Mitteln oder entwässernden Mitteln eintreten. Gerade bei älteren Menschen tritt ein trockener Mund häufiger auf – bei Menschen über 60 sind etwa 40% davon betroffen. Häufig neigen sie dazu weniger zu trinken und müssen oft auch einige Medikamente einnehmen. Zusätzlich lässt die Speichelproduktion im Alter etwas nach.
Weitere Ursachen für Mundtrockenheit:
- Bestrahlungstherapie
- Autoimmunerkrankungen
- Stoffwechselerkrankungen, z. B. Diabetes mellitus
- Depressionen
- Erkrankungen der Speicheldrüsen, wie Entzündungen oder Tumore
- Schnarchen
- Stress
- Schädigungen der Nebennieren
- Mangelhafter oder unverträglicher Zahnersatz, eingeschränkte Kaufunktion
- Pilzinfektion
- Rauchen (trocknet die Mundschleimhaut aus)
- Alkohol
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