Körperliche und geistige Veränderungen
Es gibt sehr viele ältere Patienten, die körperlich und geistig fit sind, doch die feinmotorischen Fähigkeiten und auch das Sehvermögen lassen im Alter unweigerlich etwas nach. Die Mundhygiene kann deshalb nicht mehr so sorgfältig ausgeführt werden, wie es der Fall sein sollte. Das Problem ergibt sich vor allem bei Älteren, die pflegebedürftig sind. Sie werden von Pflegepersonal versorgt, welches sich häufig - teils aus Unwissenheit, teils wegen Überlastung - nicht genügend Zeit nimmt für eine gründliche Mundhygiene. So sind kariöse Zähne, Parodontalerkrankungen und schlecht gepflegter Zahnersatz bei älteren Menschen immer noch weit verbreitet. In Studien wurde belegt, dass etwa 85 Prozent aller Erwachsenen bis 65 Jahren in Deutschland an Zahnbetterkrankungen leiden.
Der Zusammenhang zwischen allgemeiner Gesundheit und Zahngesundheit sollte nicht unterschätzt werden, denn wie erwiesen wurde, sind vor allem Senioren, die an der sogenannten Altersdiabetes leiden, besonders davon betroffen.
Mundhygiene und richtige Ernährung für Senioren
Die gründliche Mundhygiene wird mit zunehmendem Alter wichtiger, denn Zähne und Zahnfleisch werden immer angreifbarer. Besonders die Zahnzwischenräume sollten durch Zahnseide und Interdentalbürsten täglich geputzt werden. Auch die Hygiene des Zahnersatzes, wie bspw. Prothesen ist unerlässlich. Für die Reinigung gibt es spezielle Prothesenbürsten mit denen zweimal täglich für Sauberkeit gesorgt werden sollte. Die Mundhygiene fällt mit zunehmendem Alter schwerer, dennoch ist es enorm wichtig, sie einzuhalten. Um es etwas zu vereinfachen, gibt es inzwischen Griffverstärker für Handzahnbürsten - so kann die Bürste besser und ohne abzurutschen gehalten werden. Vorteilhaft sind hier evtl. auch elektrische Zahnbürsten, die von Zahn zu Zahn bewegt werden können. Da Ältere oft unter einer belegten Zunge leiden, empfiehlt sich deren Reinigung mit Zungenschabern oder Zungenbürsten.
Des Weiteren kann die Mundhygiene durch Mundspülungen mit Chlorhexidin ergänzt werden. Wenn die Zahnpflege allein nicht mehr bewältigt werden kann, ist es wichtig, dass ältere Menschen dabei unterstützt werden. Die regelmäßigen Kontrolltermine beim Zahnarzt sind außerdem unentbehrlich zur möglichst frühen Erkennung von Problemen. Hier kann die Zahnpflege durch professionelle Zahnreinigungen oder den Einsatz von Fluoridlacken unterstützt werden.
Auch die Ernährung kann ihren Teil zu gesunden Zähnen bis ins Alter beitragen. Je ausgewogener sie ist, um so höher ist auch das allgemeine Wohlbefinden. Doch die Ansprüche an die Ernährung wandeln sich, je älter man wird. So wird bspw. nicht mehr eine so hohe Energiezufuhr benötigt, denn der Stoffwechsel verlangsamt sich insgesamt. Ältere Menschen sollten deshalb nicht mehr so viele Kohlenhydrate und Fette zu sich nehmen. Der Bedarf an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen bleibt dagegen gleich hoch. Wie oben bereits erwähnt, ist auch der Flüssigkeitsbedarf im Alter hoch, trotz nachlassendem Durstgefühl. Weiterhin sollten Senioren darauf achten, dass sie nicht nur zu weiche Nahrung, wie etwa Weißbrot, Brei oder Suppen zu sich nehmen, denn sie bilden schneller Zahnbeläge und enthalten meist auch weniger Vitamine. Härtere Speisen dagegen lösen Speisereste eher aus den Zähnen und massieren dabei das Zahnfleisch. Der Zahnhalteapparat bleibt so in Bewegung und eine Degeneration - die Rückbildung von Kieferknochen und Kiefermuskulatur - wird verhindert.
Unsere Ernährungstipps für Senioren
- Trinken Sie ausreichend (mindestens zwei bis drei Liter am Tag).
- Streben Sie Normalgewicht an.
- Essen Sie Vollkornprodukte, um die Ballaststoffzufuhr zu erhöhen.
- Nehmen Sie täglich Milch und Milchprodukte zu sich.
- Schränken Sie den Fettverzehr ein.
- Verzichten Sie öfter auf Zucker, denn im Alter ist die Zuckertoleranz eingeschränkt.
- Essen Sie ausreichend Obst und Gemüse - mindestens fünf Stücke täglich.
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