Veränderte Ansprüche der Senioren
Gesunde Zähne tragen zur Lebensqualität bei. Aufgrund verbesserter Prophylaxe- und minimal-invasiver Behandlungsmaßnahmen ist es mittlerweile möglich, die natürlichen Zähne immer länger zu erhalten. Sollten dann doch Zähne verloren gehen, steht immer noch eine größere Anzahl an Ankerzähnen für festsitzenden Zahnersatz, wie etwa Brücken zur Verfügung. Mittlerweile entscheiden sich deshalb immer mehr Senioren für Implantate, anstatt für Teil- oder Vollprothesen, die jahrelang ein komfortabler Zahnersatz sein können. Diese Entscheidung spiegelt das gestiegene Anspruchsniveau der immer aktiveren Senioren wider. Sie bevorzugen Zahnersatz, der Kaufunktion, Aussprache und Aussehen erhält.
Senioren – eine besondere Patientengruppe
Aufgrund der speziellen und andersartigen Zahn- und Mundprobleme älterer Menschen und ihrer sich ändernden Ansprüche ist es an der Zeit, dass auch die Zahnarztpraxen sie als besondere Zielgruppe anerkennen.
So sollte Geduld und Verständnis aufgebracht und eine seniorengerechte Praxissituation geschaffen werden ohne Stress und Hektik. Für Bequemlichkeit sorgen im Wartezimmer Stühle mit hohen Sitzflächen, die das Aufstehen erleichtern und Garderoben, die leicht zugänglich sind. Sind die älteren Patienten nicht mehr gut zu Fuß, sollten Arzthelferinnen ihnen beim Weg zum Behandlungsraum helfen.
Auch der Zahnarzt kann sich im Beratungsgespräch und bei der Behandlung anpassen. Da einige Ältere nicht mehr so agil sind und evtl. eine etwas langsamere Aufnahmefähigkeit haben, ist es wichtig, Informationen gezielt und verständlich zu vermitteln. Zusätzlich ist Informationsmaterial zum Durchlesen daheim sinnvoll.
Während der Behandlung ist zu beachten, dass eine lange Mundöffnungsdauer für ältere Menschen oft beschwerlich ist und kleine Pausen in den Ablauf erleichtern. Des Weiteren sind auch die allgemeinmedizinischen Gesundheitsprobleme zu beachten. Oft müssen Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes mellitus fünf Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen, deswegen gelten hier die standardisierten Mundhygieneempfehlungen mit drei Mahlzeiten am Tag und anschließendem Zähneputzen nicht. Die Patienten bekommen ansonsten zwei konträre Informationen, mit denen sie nichts anfangen können.
Es zeichnet sich ab, dass die Gruppe der Senioren immer aktiver wird und sich dies auch in ihrer Zahngesundheit widerspiegelt. Gleichzeitig steigt auch ihr Anspruch, falls an den Zähnen doch einmal etwas sein sollte. Dennoch sollten Probleme, die mit dem Älterwerden unweigerlich irgendwann eintreten, beleuchtet und darauf eingegangen werden – sowohl von Seiten der Senioren als auch der Zahnärzte. Dann kann die Zahngesundheit wirklich bis ins hohe Alter erhalten bleiben!













