Der Altersdurchschnitt in der Bevölkerung wächst kontinuierlich und in den Prognosen für die kommenden Jahrzehnte steigt der Anteil der Älteren weiter deutlich an. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf unsere Gesellschaft, sondern auch auf die Medizin - im Besonderen auf die Zahnmedizin und den möglichst langen Erhalt der natürlichen Zähne.
Dadurch, dass immer mehr Menschen älter werden, steigen auch die Anforderungen an die Alterszahnheilkunde, denn gesunde Zähne tragen zur Lebensqualität bei.
Zwar ist laut der vierten Mundgesundheitsstudie bei den Senioren seit einiger Zeit bereits eine Rückläufigkeit von Zahnverlusten zu beobachten. Waren es 1997 immerhin 17,6 waren es 2005 durchschnittlich nur noch 14,2 Zähne. Auch die totale Zahnlosigkeit ist von 24,8 Prozent auf 22,6 Prozent zurückgegangen. Dies ist einerseits darauf zurückzuführen, dass sich Behandlungsmöglichkeiten in der Zahnmedizin und Prophylaxemaßnahmen deutlich verbessert haben. Andererseits hat sich auch Bewusstsein in der Bevölkerung geändert - immer mehr Menschen geben an, zweimal täglich ihre Zähne zu putzen und regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle zu gehen.
Dennoch ist es wichtig, gerade im Bereich der Alterszahnheilkunde noch mehr zu tun, denn mit dem Alter ändern sich auch die Bedingungen von Mund und Zähnen.
Die häufigsten Mund- und Zahnkrankheiten von Senioren
Trockener Mund
Speichel erfüllt für den Menschen wichtige Aufgaben. Er enthält antibakterielle Substanzen, die Bakterien abwehren, seine Enzyme sorgen für die ersten Verdauungsschritte der Nahrung, enthaltene Schleimstoffe machen Nahrung gleitfähig und erleichtern Kauen und Sprechen und schließlich sorgen Mineralstoffe für einen konstanten ph-Wert und reparieren kleinste Mineralverluste im Zahnschmelz. Viele ältere Menschen leiden allerdings unter vermindertem Speichelfluss oder gar Mundtrockenheit (Xerostomie), was zu Sprach-, Schluck- und Kaubeschwerden führen und ein verändertes Geschmacksempfinden zur Folge haben kann. Häufig ist die Mundtrockenheit auf die regelmäßige und langfristige Einnahme von Medikamenten zurückzuführen, die einen geringeren Speichelfluss verursachen. Um dies auszugleichen, sollte immer genug getrunken werden - mindestens zwei bis drei Liter täglich. Hierfür eignen sich am besten Mineralwasser und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees. Auch zahnfreundliche Kaugummis oder Bonbons helfen, den Speichelfluss anzukurbeln.
Sekundärkaries/Wurzelkaries
Ein weiteres Problem ist die sogenannte Sekundärkaries. Sie wird begünstigt durch das im Alter etwas zurückgehende Zahnfleisch und nistet sich gerne in Randspalten zwischen Zahnersatz und natürlichen Zähnen ein. Wird dies nicht behandelt, kann schließlich Wurzelkaries entstehen.
Mundschleimhautveränderungen
Wenn bereits vorhandener Zahnersatz schlecht sitzt, kann das zu schmerzhaften Druckstellen führen, die sich in der Folge leicht mit Bakterien infizieren und entzünden können. Solche Veränderungen an der Mundschleimhaut sind oft die Ursache für Krebserkrankungen im Mund. Um dies abzuwenden, ist die regelmäßige Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt absolut notwendig. Des Weiteren sollte auf eine sorgfältige Reinigung des Zahnersatzes geachtet werden.
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