Wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit werden wieder tonnenweise süße Plätzchen gebacken und überall Lebkuchen, Schokolade und Glühwein verkauft - ein Fest für den Gaumen, dem man nur schwer widerstehen kann. So schlemmen viele zu dieser Zeit etwas mehr als sonst. Der reichhaltige Genuss zaubert allerdings nicht nur etwas mehr Hüftspeck hervor, sondern hat auch
enorme Auswirkungen auf unsere Zähne!
Denn woraus die leckeren Knabbereien hauptsächlich bestehen, ist Zucker! Ob Rohrzucker, Haushaltszucker, Traubenzucker oder Fruchtzucker - eines haben alle gemein: sie gehören zu den niedermolekularen Kohlenhydrate und zählen somit zur Hauptnahrungsquelle von Bakterien, die Karies verursachen. Diese sammeln sich vor allem im Zahnbelag (Plaque, Biofilm), welcher aus körpereigenen Absonderungen, Nahrungsresten und Mikroorganismen gebildet wird. Im Stoffwechsel mit Zucker entsteht ein saures Milieu auf der Zahnoberfläche, welches eine Erosion der Zahnhartsubstanz verursachen kann. In der Folge bildet sich Karies. Dem Zahnschmelz werden dabei Mineralien wie Phosphor und Kalzium entzogen. Diesen Prozess nennt man auch Demineralisierung.
Bereits bei geringer Zuckeraufnahme wird von den Plaquebakterien soviel Säure gebildet, dass ein Absinken des pH-Werts im Mund in den sauren Bereich nachgewiesen werden kann. Ist die Zuckeraufnahme dann abgeschlossen, bleibt dieser geringe pHWert etwa 30 - 40 Minuten bestehen. Dann setzt die Wirkung des Speichels als Neutralisator ein und der Zahnschmelz erholt sich im Prozess der Remineralisierung wieder von der Säureattacke.
Gerade zu Weihnachten bleibt es aber nicht beim einmaligen Naschen, sondern es wird hier mal ein Plätzchen probiert, da mal ein Glühwein getrunken oder am Schokonikolaus geknabbert. So folgen Säureattacken auf die Zähne häufig dicht aufeinander oder überschneiden sich sogar und der Zahnschmelz hat keine Chance, sich davon zu erholen. Die Folge ist eine erhebliche Demineralisierung und schließlich Karies. Ausschlaggebend
ist dabei nicht die Menge des verspeisten Zuckers, sondern wie oft man Zucker zu sich genommen hat und wie lange die Süßigkeit im Mund verbleibt. Denn je länger die Nahrungsreste an den Zähnen kleben oder in den Zahnzwischenräumen hängen, desto länger haben die Kariesbakterien Nachschub an vergärenden Kohlenhydraten. Besonders unvorteilhaft sind daher Karamell-Produkte, aber ebenso auch Plätzchen, Cräcker und Chips, denn sie führen zu einer besonders langen Phase eines niedrigen pH-Werts, der hohes kariogenes Niveau erzeugt.
Wie kann man Karies an Weihnachten vermeiden?
Natürlich kann und will man an Weihnachten nicht ganz auf süße Naschereien verzichten. Aber man sollte sich an einige Spielregeln halten, um das Risiko, Karies zu bekommen, möglichst gering zu halten.
So ist es ratsam, nicht über den ganzen Tag verteilt immer wieder Süßigkeiten zu essen, sondern lieber etwas mehr auf einmal. Empfehlenswert ist ein kleiner Nachtisch nach der Hauptmahlzeit. Anschließend sollten die Zähne gründlich gereinigt werden - am besten indem man erst kurz den Mund mit klarem Wasser ausspült und dann zur Zahnbürste greift. Meist ist es allerdings ratsam, nach dem Essen noch eine halbe Stunde vergehen zu lassen, bevor man zur Bürste greift, da der angegriffene Zahnschmelz jetzt weicher ist und man ihm mit sofortigem Putzen die enthaltenen Mineralien erst recht entziehen würde.
Hat man nach dem Mittagessen keine Zahnbürste parat, kann man auch mal zu Zahnpflege-Kaugummis greifen - auch sie helfen, das neutrale Milieu im Mund wieder herzustellen.
Weiter zur richtigen Mundhygiene während der Weihnachtszeit.











